Griffon: Mit einem “Flügelschlag” außer Gefecht gesetzt

04. März 2010

Es gibt ein Sprichwort: “Kleinchen heb die Beinchen jetzt kommen Steinchen”. So geschehen bei mir, als ich das erste Mal Griffon unter Windows ausprobieren wollte.

Es ließ sich Partout nicht starten und belegte mich mit der Meldung, dass meine “JAVA_HOME”-Variable auf ein invalides Verzeichnis verweisen würde. Leider konnte ich auf dem System nicht die JAVA_HOME direkt ändern, sondern musste diese in den Umgebungsvariablen des Benutzers “überschreiben”. Ist dann schon etwas unschön, aber gut – es ging erstmal ans Werk.

Nun ist man ja als alteingesessener Java-Entwickler daran gewöhnt, dass Pfade mit Leerzeichen nie gut ankommen. Also 1. Versuch: Leerzeichen entfernen – Kein Erfolg. Einmal ist keinmal, also nächster Versuch: Suchmaschine bemühen – wenig Erfolg.

Die Suche gab zwar nicht die vollständige Antwort, aber zumindest einen Anhaltspunkt. Der abschließende Backslash im Pfad könnte ein Problem sein. Zwar führte dieser Ansatz erstmal zu einem gewissen Erfolg, aber einfach mal eine Systemvariable überschreiben – auch wenn es nicht so große Unterschiede gab – fand ich nicht so “prickelnd”. Darum kam am Ende der Texteditor zum Einsatz, denn mir war aufgefallen, dass Groovy selbst z.B. keine Probleme mit dem Pfad hatte.

Und da war sie – die Lösung, die ich gesucht hatte:

@rem Remove trailing slash from JAVA_HOME if found
if "%JAVA_HOME:~-1%"=="\" SET JAVA_HOME=%JAVA_HOME:~0,-1%

Mit dieser Zeile wird einfach das abschließende Backslash entfernt. Diese Zeile in die startGriffon.bat unter :have_JAVA_HOME geschrieben und plötzlich funktioniert es auch mit dem Greif.

:have_JAVA_HOME
if "%JAVA_HOME:~-1%"=="\" SET JAVA_HOME=%JAVA_HOME:~0,-1%
@rem Validate JAVA_HOME
%COMMAND_COM% /C DIR "%JAVA_HOME%" 2>&1 | %FIND_EXE% /I /C "%JAVA_HOME%" >nul

Leider wurde das Problem auch in der aktuellen Version 0.3 nicht gefixt.

Trac-Themes

28. Januar 2010

2 Jahre ist es jetzt in etwa her, dass ich einen Artikel über Eigene Templates in Trac geschrieben habe. Seitdem ist ein wenig passiert. Diesen Änderungen möchte ich hiermit Rechnung tragen. Ich habe das ganze Trac-Themes genannt, weil es weniger um Templating an sich gehen soll, sondern eher um eine Möglichkeit gemeinsame Styles festlegen zu können.

Leider ist es mit Trac immer noch nicht möglich unter einem Environment mehrere Projekte bzw. Repositories laufen zu lassen. Darum wird für jedes Projekt eine eigene Trac-Umgebung angelegt. Wichtig hierbei ist insbesondere für Firmen, dass alle Projekte zumindest in der Grundstruktur gleich aussehen und die Firmenfarben tragen.

“… was bisher geschah”

Wer zuerst probieren will, wie und was er alles anpassen kann, sollte sich das Verzeichnis templates unterhalb seiner Trac-Umgebung anschauen. Standardmäßig liegt dort die Datei site.html. Wenn man sie das erste Mal aufmacht, kommt sie sehr unscheinbar daher, denn wie man sieht, sieht man nichts. Nur einen html-Tag und ein paar unbekannt anmutende Python-Attribute.
Auf der Seite http://trac.edgewall.org/wiki/TracInterfaceCustomization ist glücklicherweise bereits ein Beispiel-Code für den Inhalt dieser Datei. Für jene, die gerne lieber mehrere Dateien nutzen wollen hier gleich die Anpassung mit Einbindung externer Dateien:

<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"
      xmlns:py="http://genshi.edgewall.org/"
      xmlns:xi="http://www.w3.org/2001/XInclude"
      py:strip="">

  <!--! Add site-specific style sheet -->
  <head py:match="head" py:attrs="select('@*')">
    ${select('*|comment()|text()')}
    <link rel="stylesheet" type="text/css"
          href="${href.chrome('common/style.css')}" />
  </head>

  <body py:match="body" py:attrs="select('@*')">
    <!--! Add site-specific header -->
    <div id="siteheader">
       <xi:include href="site_header.cs">
         <xi:fallback />
       </xi:include>
    </div>

    ${select('*|text()')}

    <!--! Add site-specific footer -->
    <div id="sitefooter">
      <xi:include href="site_footer.cs">
        <xi:fallback />
      </xi:include>
    </div>
  </body>
</html>

Interessanterweise funktioniert das einfache Anlegen einer site_header.cs und site_footer.cs nicht immer – bzw. bei mir hat das noch nie funktioniert -, wie es auf manchen Seiten beschrieben wird.
Mit diesem Grundgerüst ausgestattet lässt sich schon anfangen herumzuspielen. Für weiterführende Informationen zu Genshi und Clearsilver – den Engines im Hintergrund – sei auf folgende Seiten verwiesen:

Neue und alte Freunde

Ein altbekannter Helfer beim Erstellen von Templates ist auch in der Version 0.11.5 noch vorhanden. Der Konfigurationsparameter template_dir.

[inherit]
template_dir=

Mit diesem Parameter lässt sich das Verzeichnis für die Templates festlegen und wodurch verschiedene Seiten mit ein und demselben Template ausgestattet werden können.

Daneben ist ein neuer Freund dazugekommen der Parameter htdocs_location. Mit diesem Parameter werden alle internen URLs, die mit “common/” beginnen in die URL umgeschrieben, die als Wert angegeben wurde.

[trac]
htdocs_location=http://localhost/mytemplate

Führt, dazu, dass aus

<link rel="stylesheet" href="/trac/templating/chrome/common/css/trac.css" type="text/css" />

folgendes wird

<link rel="stylesheet" href="http://localhost/mytemplate/css/trac.css" type="text/css" />

Achtung! Leider hat die Sache einen Haken. Eigene Links aus der site.html werden nicht übersetzt. Der folgende Code

${href.chrome('common/style.css')}

wird nur in "/trac/templating/chrome/common/style.css" umgewandelt, aber nicht weiter.

Wichtig ist außerdem zu beachten, dass htdocs_location nur für statische Inhalte, wie Bilder, JavaScript- und CSS-Dateien gedacht ist. Templates werden nicht automatisch von dort erkannt. Diese müssen explizit über template_dir konfiguriert werden. Leider ist es hier nur möglich lokale Verzeichnisse zu setzen. Wer z.B. versucht eine Internetadresse anzugeben, bekommt zwar keine Fehlermeldung, wird aber mit einem Standard-Template “belohnt”.

Abschließend möchte ich sagen, dass – gefühlt – wesentlich mehr über die trac.ini konfigurierbar ist, als es noch vor 2 Jahren der Fall war. Das macht definitiv Lust auf mehr, aber dennoch bleibt das ein oder andere noch zu tun.

Recipe: Apache 2 mit Tomcat 6 auf Ubuntu 9.10 für “Gourmets”

23. Januar 2010

Das folgende Thema wurde schon an diversen Stellen mehr oder minder explizit beschrieben. Allerdings noch nicht aus meiner Sicht.

Was mir bei den meisten Howtos aufgefallen ist, dass sie schlechte Wartbarkeit hervorrufen und/oder irgendwas vergessen. Darum jetzt mein Versuch die Konfigurationsdateien der Welt unlesbar zu machen.

Die “Speisekarte” oder “Was will ich eigentlich”?

Tja. Für den einen oder anderen gezielten Sucher ist das schon klar, aber nochmal kurz für jene, die nur zufällig hier sind. Ich möchte in meiner URL nicht mehr http://localhost:8080 eingeben müssen um auf meinen Tomcat zu gelangen, sondern nur noch sowas wie http://tomcat.localhost. Ich hätte jetzt auch sagen können http://localhost, aber das wäre gelogen.

Installation der einzelnen Komponenten

Für die Installation nehme man eine Maus, Synaptic Paketverwaltung und zwei aussagekräftige Suchbegriffe wie tomcat6 und apache2. Für die Verknüpfung der beiden ist dann noch das Paket libapache2-mod-jk notwendig. Man würze das ganze mit einer Prise “Anwenden” und violá Apache 2 und Tomcat 6 sind installiert. Auf zu Schritt 2: die Dateien.

Die Dateien

Nichts läuft ohne eine anständige Konfiguration. Zur Vorbereitung lege man sich im Editor seiner Wahl folgende Dateien zurecht. Am besten mit sudo öffnen um darauf auch Schreibrechte zu haben.

  • /etc/apache2/sites-available/default
  • /etc/apache2/sites-available/mod_jk_vhosts
  • /etc/apache2/mods-available/jk.conf
  • /etc/apache2/workers.properties
  • /etc/tomcat6/server.xml
  • /etc/hosts

Die Dateien mod_jk_vhosts, jk.conf und workers.properties existieren höchstwahrscheinlich noch nicht. Darum diese bitte selbst anlegen.

Soweit diese “Vorspeise” abgeschlossen ist, wollen wir uns dem “Hauptgang” widmen: der Konfiguration

Die Konfiguration

Für die Konfiguration gehe ich jede der oben genannten Dateien einzeln durch und stelle eine mögliche Konfiguration vor. Diese Konfigurationen sind nur auf das notwendigste beschränkt. Falls weitere Optionen oder Alternativen notwendig sind, verweise ich gerne auf die entsprechenden Fachseiten.

mod_jk_vhost

Beginnen möchte ich mit der mod_jk_vhosts, da diese am umfangreichsten ist. Ich präsentiere … den Inhalt:

ServerName localhost
# NameVirtualHost *:80
<VirtualHost *:80>
	ServerName 127.0.0.2
	ServerAlias tomcat.localhost
	ServerAlias www.tomcat.localhost
	ServerAdmin webmaster@tomcat.localhost
	#Take note of the jsp content directory placement
	DocumentRoot /var/lib/tomcat6/webapps/
	<Directory "/var/lib/tomcat6/webapps/">
		Options Indexes FollowSymLinks +Includes
		AllowOverride All
		# DirectoryIndex index.jsp
	</Directory>
	#Mount the folders with jsp pages
	JkMount /* worker1
</VirtualHost>

<VirtualHost *:80>
	ServerName 127.0.0.3
	ServerAlias apache.localhost
	ServerAlias www.apache.localhost
	ServerAdmin webmaster@apache.localhost

	DocumentRoot /var/www
	<Directory />
		Options FollowSymLinks
		AllowOverride None
	</Directory>
	<Directory /var/www/>
		Options Indexes FollowSymLinks MultiViews
		AllowOverride None
		Order allow,deny
		allow from all
	</Directory>

	ScriptAlias /cgi-bin/ /usr/lib/cgi-bin/
	<Directory "/usr/lib/cgi-bin">
		AllowOverride None
		Options +ExecCGI -MultiViews +SymLinksIfOwnerMatch
		Order allow,deny
		Allow from all
	</Directory>

	ErrorLog /var/log/apache2/error.log

	# Possible values include: debug, info, notice, warn, error, crit,
	# alert, emerg.
	LogLevel warn

	CustomLog /var/log/apache2/access.log combined

    Alias /doc/ "/usr/share/doc/"
    <Directory "/usr/share/doc/">
	Options Indexes MultiViews FollowSymLinks
	AllowOverride None
	Order deny,allow
	Deny from all
	Allow from 127.0.0.0/255.0.0.0 ::1/128
    </Directory>
</VirtualHost>

Diese Datei wird anstelle der /etc/apache2/sites-available/default zukünftig für die Konfiguration des Apaches verwendet. Darum enthält sie auch große Teile der Original-Datei. Wenn der Inhalt der default-Datei anders aussieht, einfach den unteren Teil der mod_jk_vhosts-Datei mit dem Inhalt der default-Konfiguration abgleichen.

Zur Aktivierung der alternativen Konfiguration in der Konsole folgende Zeile ausführen:

sudo a2ensite mod_jk_vhosts

jk.conf

Die zweite Datei der ich mich widmen will, ist die jk.conf. Wie bereits erwähnt: sollte diese Datei noch nicht existieren, einfach unter dem oben genannten Pfad mit folgendem Inhalt speichern.

JkWorkersFile /etc/apache2/workers.properties
JkLogFile /var/log/apache2/mod_jk.log
JkLogLevel info

Die Konfiguration ist sehr minimalistisch. Mehr wird auch erstmal nicht benötigt. Es wird nur die Stelle für die Konfigurationsdatei angegeben, die Apache braucht um mit dem Tomcat zu sprechen und die Logging-Konfiguration, für den Fall, dass etwas schief läuft.
Damit diese Konfiguration auch berücksichtigt wird muss sie mit

sudo ln -s /etc/apache2/mods-available/jk.conf /etc/apache2/mods-enabled/

verlinkt werden.

workers.properties

Die workers.properties kann man als das Herzstück der Konfiguration bezeichnen, da sie die eigentliche Kommunikation zwischen Apache und Tomcat ermöglicht.

workers.tomcat_home=/usr/share/tomcat6
workers.java_home=/usr/lib/jvm/java-6-sun
ps=/
worker.list=worker1
worker.worker1.port=8009
worker.worker1.host=localhost
worker.worker1.type=ajp13
worker.worker1.lbfactor=1

Der Kürze halber will ich an dieser Stelle nicht die einzelnen Parameter erklären, sondern nur auf die offizielle Dokumentation verweisen.

server.xml

Als dritte Datei kommen wir zur /etc/tomcat6/server.xml. Diese enthält die allgemeine Server-Konfiguration für den integrierten Tomcat von Ubuntu. An dieser Datei müssen zwei Änderungen durchgeführt werden:

  1. Aktivierung von Port 8009 und
  2. Server-Aliase für unseren VirtualHost setzen.

Für 1. einfach nach port="8009" suchen und die Zeile auskommentieren, sodass es in etwa so aussieht

...
<!-- Define an AJP 1.3 Connector on port 8009 -->
<Connector port="8009" protocol="AJP/1.3" redirectPort="8443" />
...

Die Server-Aliase werden im Abschnitt Host eingetragen.

...
<Host name="localhost" appBase="webapps" unpackWARs="true" autoDeploy="true" xmlValidation="false" xmlNamespaceAware="false">
  ...
  <Alias>www.tomcat.localhost</Alias>
  <Alias>tomcat.localhost</Alias>
  <Alias>127.0.0.2</Alias>
  <Alias>tomcat.localhost</Alias>
</Host>
...

/etc/hosts

Als letzten Schritt soll auch Ubuntu erfahren zu welchem Servernamen welche IP gehört. Darum in die /etc/hosts folgende Zeilen hinzufügen:

127.0.0.2 tomcat.localhost www.tomcat.localhost
127.0.0.3 apache.localhost www.apache.localhost

Das “Dessert”

Auf das Dessert freut man sich ja eigentlich am meisten. So auch hier. Nachdem alles konfiguriert wurde, einfach den Tomcat und den Apache neustarten:

sudo /etc/init.d/tomcat6 restart
sudo /etc/init.d/apache2 restart

Violá, wir sind finis … zumindest was meinen Versuchsaufbau angeht. Falls noch alles läuft, habe ich was falsch gemacht. Im Ernst: Falls Kommentare sind, weil etwas nicht funktioniert bitte ich um User-generierten Content ;)

Joda – “Bis 900 Jahre, wirst aussehen du nicht gut!”

15. Dezember 2009

Mit diesen Worten hat Yoda in Starwars nicht nur eine der traurigsten Szenen aufgelockert, sondern auch gleich – unbeabsichtigt – ein Grundproblem der Javawelt adressiert. Die API für die Zeitverwaltung.

Wann wenn nicht jetzt?

Beim Stöbern in Quellcode bin ich letztens wiedermal über eine lustige Zeile gestoßen:

...
System.currentTimeInMillis() //we can get the time in milliseconds after 1 Jan 1970 at 0:00:00am GMT
...

Auf den ersten Blick harmlos. Was soll da schon passieren? Ich will die Frage umformulieren: Was passiert danach? Mit dem Wert wird in der Regel angefangen zu arbeiten. D.h. Tage werden hinzugefügt, abgezogen um z.B. Startzeitpunkte zu ermitteln. Dabei wurde in dem Code, den ich gesehen habe in etwa folgendes gemacht:

final long now = System.currentTimeInMillis();
final long oneDay = 1000 * 60 * 60 * 24;
final long tomorrow = now + oneDay;
...

Sieht immer noch alles harmlos aus? Dann weiter …

Ein Tag hat 24 Stunden

An einer anderen Stelle wurde ein Vergleich zweier Daten durchgeführt. Hier die anonymisierte Fassung:

final long oneDay = 1000 * 60 * 60 * 24;

final Calendar calendar = Calendar.getInstance();
calendar.set(2009, 9, 24, 10, 0);
final long summerTime = calendar.getTimeInMillis();

final Calendar comparisonCalendar = Calendar.getInstance();
comparisonCalendar.set(2009, 9, 26, 10, 0);
final long winterTime = comparisonCalendar.getTimeInMillis();

final long difference = winterTime - summerTime;

if (difference == 2 * oneDay) {
    ...
}

Immer noch harmlos? Der ein oder andere wird jetzt sagen: klar. Leider steckt der Teufel im Detail. Was meistens vernachlässigt wird ist die europäische (Un)Sitte zwischen Sommer- und Winterzeit zu wechseln oder auch ganz allgemein alle 4 Jahre mal einen Tag im Februar mehr einzuplanen. Hier muss sich dieser Ansatz leider geschlagen geben.

Ich muss mich an dieser Stelle entschuldigen, denn ich habe den Code bereits so abgeändert, dass das Problem der Sommer- und Winterzeit offensichtlich wird. Der Originalcode sieht natürlich etwas anders aus. Aber nun sollte definitiv ersichtlich werden, warum das nicht funktionieren kann. Hier wird mit festen Zeitintervallen (oneDay) gearbeitet. Leider hat der Tag zum Zeitwechsel nicht 24, sondern entweder 23 oder 25 Stunden.

Geht man mit Java-Hausmitteln an dieses Problem landet man dann aber auch schnell in Code-Schnippseln wie dem Folgenden:

...
Calendar calendar = Calendar.getInstance();
Date now = calendar.getTime();
calendar.add(Calendar.HOUR_OF_DAY, 1);

...

oder die Alternative für den Vergleichscode:

...
Calendar calendar = Calendar.getInstance();
calendar.setTime(2009, 9, 24, 10, 0);
calendar.add(Calendar.HOUR_OF_DAY, 2);

Calendar comparisonCalendar = Calendar.getInstance();
comparisonCalendar.setTime(2009, 9, 26, 10, 0);
if (calendar.getTimeInMillis() == comparisonCalendar.getTimeInMillis()) {
...

Damit löst man zwar das Problem mit der Zeitumstellung, aber auf Dauer ist schön was anderes, denn ein weiterer Schwachpunkt der API, aus meiner Sicht, ist die schlechte Lesbarkeit. Denn wer sieht schon auf den ersten Blick, dass hier nicht der September, sondern der Oktober gemeint ist. Ja, man kann auch mit den Calendar-Konstanten arbeiten, aber auch das führt eher zu unnötig langen Codezeilen.

… einer, der der Macht das Gleichgewicht bringen wird …

Eine elegante Lösung hierfür bietet – nein nicht Skywalker, sondern – die Joda-Bibliothek. Diese erlaubt es das Millisecond-Massaker zu umgehen und die Schwächen der Standard-API zu minimieren. So sieht der Code von oben mit Joda etwa so aus:

...
DateTime dt = new DateTime();
DateTime oneDayLater = dt.plusDays(1);
DateTime oneDayEarlier = dt.minusDays(1);
...

Auch Vergleiche wirken wesentlich angenehmer:

final DateTime now = new DateTime();
final DateTime before = now.minusDays(100);
final Days days = Days.daysBetween(before, now);
if (days.getDays() == 2) {
...

“Schneller, leichter, verführerischer”

Auch wenn das nur ein erster Blick auf Joda war, zeigt sich hier schon die Eleganz und Mächtigkeit dieser Bibliothek. Wer sich nicht scheut ein wenig englisch zu lesen, sei für weitere Informationen auf das IBM-Tutorial Joda-Time und die Website http://joda-time.sourceforge.net selbst verwiesen.

Ansonsten, sehen wir uns in 900 Jahren um Mitternacht ;)

final LocalDate localDate = new LocalDate();
final DateTime then = localDate.toDateMidnight().toDateTime().plusYears(900);

Und plötzlich war alles dunkel …

14. November 2009

Ich weiss nicht, was passiert ist, aber nach dem Upgrade von Ubuntu auf 9.10 wurden diverse Entwickler-Tools unbenutzbar. Dabei handelt es sich insbesondere um Anwendungen, die nicht direkt aus dem Ubuntu-Repository stammen. Im Folgenden will ich auf Eclipse und Trac eingehen.

Eclipse 3.5

Nachdem auf GTK+ 2.18 aktualisiert wurde, funktionieren diverse Buttons in Eclipse nicht mehr. Schnell wird man dank Google auf der Suche nach einem Fix bzw. Workaround fündig (Migrating to client-side windows). Offensichtlich ist die Umgebungsvariable GDK_NATIVE_WINDOWS für das Problem verantwortlich. Diese muss auf den Wert true gesetzt werden, damit SWT-basierte Java-Oberflächen (Anmerkung: auch andere Java-Applikationen mit SWT haben das Problem) wieder in altem Glanz erstrahlen.

#!/bin/bash
env GDK_NATIVE_WINDOWS=true <your/eclipse/path>/eclipse

(Den Pfad <your/eclipse/path> bitte an das jeweilige Installationsverzeichnis von Eclipse anpassen.)

Leider ist dies nur ein bescheidener Workaround, denn sobald man Eclipse aus sich heraus neu startet (z.B. nach Upgrades oder Plugin-Installationen) existiert das alte Problem wieder. Genauso, wenn man den Workspace versucht zu wechseln, da sich Eclipse auch hier herunterfährt und neu startet.

Ein richtiger Fix ist für die Version 3.5.2 angedacht bzw. soll in der 3.6 schon integriert sein, welche für die SDK-Variante bereits existiert. Nur für JEE-Developer wird es wohl noch etwas dauern.

Von einem globalen Umsetzen der Variable GDK_NATIVE_WINDOWS wird an diversen Stellen explizit abgeraten. Hier sei aber anzumerken, dass die Eclipse-Installation aus den Ubuntu-Repositories genau das macht. Für alle, die etwas “wagemutiger” sind hier das Startskript mit export.

#!/bin/sh

# work around e#290395 / LP: #458703
export GDK_NATIVE_WINDOWS=true

xuldir=/usr/lib/xulrunner-$(/usr/bin/xulrunner-1.9.1 --gre-version)
LD_LIBRARY_PATH=$xuldir${LD_LIBRARY_PATH:+:$LD_LIBRARY_PATH} <your/eclipse/path>/eclipse
 "$@"

(Den Pfad <your/eclipse/path> bitte an das jeweilige Installationsverzeichnis von Eclipse anpassen.)

Dieses Skript am besten unter /usr/local/bin als eclipse ablegen und alle Links, die vorher direkt auf die Eclipse-Startdatei gegangen sind auf dieses Skript umbiegen.

Trac

Interessanterweise – was die primäre Motivation für diesen Kurzkommentar war – hat es auch das Bugtracking-Tool Trac erwischt. Zum Glück nicht so “heftig” wie Eclipse, aber dafür umso unverständlicher.

Ich habe lokal Trac mittels easy_install installiert gehabt. Nach dem Upgrade auf Ubuntu 9.10 erhielt ich plötzlich auf allen Trac-Seiten einen 500-Fehler. Nach kurzem Suchen fand ich in der error.log-Datei von Apache (Pfad unter Ubuntu: /var/log/apache2/error.log) folgenden Eintrag:

... [error] [client 127.0.0.1] ImportError: No module named genshi, ...

Warum das Modul plötzlich nicht mehr vorhanden war kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht erklären, aber das war noch nicht das Ende.

Just in dem Moment wo ich mit

sudo easy_install Genshi

das entsprechende Modul installieren wollte, quittierte mir Ubuntu die Nachricht, dass easy_install nicht existiert. Ein kurzer Blick in Synaptic unter python-setuptools bestätigte die Vermutung, dass das Paket nicht installiert war. Ich möchte an dieser Stelle nicht ausschließen, dass es beim Upgrade in der Liste der zu deinstallierenden Pakete dabei war, aber dennoch ärgerlich. Also war auch hier nachinstallieren angesagt.

Zum Glück fügte sich dann alles sehr schnell. Das Genshi-Modul installierte sich ohne Probleme.

Abschließend musste noch der Workaround für einen Bug (http://trac.edgewall.org/ticket/7526) eingebaut werden. Einfach die compat.py im functional/tests-Ordner in testcompat.py
umbenennen und die compat.pyc in compat.pyc.old umbenennen oder gleich löschen.